Geschichte putzen: Grabung mit der 10. Klasse

Im Rahmen des Geschichtsunterrichts verbrachte die 10. Klasse am 28. August 2018 einen Tag im Grabungsfeld Klarer Streck in Stade und unterstützte dort die verantwortliche Archäologin und die Grabungstechniker bei ihrer Arbeit.

„Wollen Sie denn nicht mit Ihrer ganzen Klasse mitmachen – wir können hier helfende Hände gebrauchen!“ Geschichtslehrer Michael Günther ließ sich das nicht zweimal sagen, was ihm die Archäologin Andrea Finck zurief. So fand sich denn die 10. Klasse eines Morgens Ende August an der Haltestelle Bronzeschmiede ein, um auf einem Areal an der Harsefelder Straße die Grabungstechniker zu unterstützen. „Nun putzt mal schön mit der Kelle, und achtet auf Verfärbungen im Sand.“ Schüler und Schülerinnen lernten auf praktische Weise, wie dem Bodenarchiv Befunde über frühe Vorfahren abgerungen und sodann gedeutet werden können.

 

Das, was noch letztes Jahr Kuhweide war, wird von einem Bauträger zur Bebauung vorbereitet. Bevor dies geschieht, haben die Archäologen der Stadt Stade die Chance, Bodenfunde zu bergen: Hier handelt es sich vermutlich um den Standort eines größeren Gebäudes aus dem 8. bis 10. Jh. nebst Grubenhaus und Ofenstelle. Anhand von Keramik- oder Holzkohlefunden gewinnen die Schülerinnen und Schüler im Rahmen ihrer Geschichtsepoche zur Prähistorie Kenntnisse, die das „unterirdische Archiv“ hier nacherlebbar werden lässt. Die Klasse reiht sich damit ein in eine rund hundertjährige Stader Tradition der Unterstützung von Bodendenkmalpflegern durch hiesige Schülergruppen.

(Fotos: Bodo Cordes, Stade)

„Gut, wie ihr das gemacht habt“ – Frau Finck lud zum Abschluss die Klasse ein, nochmals am Grabungsort bei der aktiven Untersuchung zu helfen.