Eurythmieabschlüsse am 8. und 9. Juni 2018

In ihren Eurythmieabschlüssen begeisterten die Schülerinnen und Schüler der 12. Klasse mit ihrem Selbstbewusstsein, ihrer Kunst und ihrer Ehrlichkeit.

An beiden Abenden wurden sorgfältige und fließende Choreografien zu eindringlichen und berührenden Gedichten und Musikstücken präsentiert.

 

Frau Steinbach, eine der beiden Eurythmielehrerinnen der Klasse, führte am Freitag sympathisch durch den Abend und zeigte sich beeindruckt, wie diese Hälfte der Klasse anfangs langsam und gemächlich, dann jedoch mit dem nötigen Dampf ihr Programm erarbeitet habe.

In kurzen Texten vor ihren Auftritten erzählten die Schüler/innen weshalb sie sich für das jeweilige Gedicht oder Musikstück entschieden hatten. So reichten die Darbietungen von Anekdoten aus dem Leben über Missstände im Zwischenmenschlichen bis zur graziösen „Damenstück“-Klavierkomposition von Robert Schumann.

 

 

Bei jedem Auftritt spürte man die Sehnsucht nach einer besseren Welt, die Bereitschaft der jungen Menschen, Fehler zu machen und daraus zu lernen sowie ihren Lebenshunger deutlich. Wie reflektiert sie mit sich und ihrem Umfeld umgehen, konnte man anhand der Themenauswahl erkennen: Einzigartigkeit, Verrücktsein, Mut, Vergänglichkeit, Schatten und Licht.

Frau Seewald begleitete am Klavier und trug eine eigene Komposition für einen gemeinsamen, sphärischen Auftritt der Klasse bei, bei dem sich die Schüler/innen harmonisch und miteinander wirkend zeigten.

 

 

Der Samstag Abend wurde von der zweiten Hälfte der 12. Klasse gemeinsam eröffnet.  Zu Brahms´ Rhapsodie in g-Moll zeigten sie ein bewegtes und beschwingtes Farbenspiel, welches die Einzigartigkeit eines jeden Beteiligten hervorhob.

 

Frau Bockelmann, ebenfalls Eurythmielehrerin der 12. Klasse, erzählte von der intensiven Zeit der Proben, bei der den Schüler/innen sehr viel Konzentration abverlangt worden war. Nicht nur wegen der gleichzeitigen Bauarbeiten im Haus, sondern auch im Bezug auf die erarbeiteten Choreografien. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Von leichten und spielerischen Auftritten zu Musik von Einaudi, über nachdenkliche („One Day“) und dramatische Darbietungen (Homers „Hectors Tod“) bis zu hoffnungsvollen Szenen („Black Heart“: „Medley über das Leben“) bot sich dem Publikum eine kurzweilige Aufführung.

Selbstverfasste Gedichte („Deutsche Bahn“) wurden sehr unterhaltsam dargestellt und der Morgenspruch von Rudolf Steiner sowohl auf Portugiesisch als auch auf Deutsch versinnbildlicht.

Zu Martin Luther Kings berühmter Rede „I have a dream“ zeigte die Klasse eine kraftvolle und eindringliche Choreografie. Für die letzte Vorführung  wurden alle Stühle an die Seiten gestellt, um dem Duett zu „La Clairiere“ mit Rollstuhl genügend Platz zu verschaffen.

Am Leben zu wachsen, älter und reifer werden sowie die Suche nach Identität und die Auseinandersetzung mit dem Leben und dem eigenen Sinn waren auch an diesem Abend spürbar.

Ein gelungener Eurythmieabschluss – vielen Dank an alle Beteiligten auf und hinter der Bühne!